Zwiegespräche
Komponist/Autor: KREMP, U.
Besetzung: Duo
Instrumentierung: ST oder AB
Partitur und Einzelstimmen
Diese Zehn Duos für zwei Saxophone entstanden im Frühjahr und im Sommer 2026 auf Anregung von Bastian Fiebig vom Frankfurter Verlag Chili Notes und sind im Prinzip in beliebiger Auswahl und Reihenfolge aufführbar. Eine zyklische Gesamtaufführung aller zehn Stücke offenbart dann allerdings auch einen dramaturgisch sinnvollen Zusammenhang der einzelnen Sätze.
Grundsätzlich sind diese Duos für Sopran- und Tenorsaxophon gedacht (die Partitur ist dementsprechend in B notiert), aber auch andere Besetzungen wie beispielsweise mit Alt- und Baritonsaxophon wären denkbar. (In diesem Fall würden alle Stücke dann eine Quinte tiefer klingen.)
Seit langem schon faszinieren Kremp in Literatur, Film und Theater Erzählweisen, die eine Geschichte nicht in einer systematischen, kausal logischen Form entwickeln, sondern eher in einer rhapsodisch-assoziativen Art und Weise, die mehr psychologisch als wirklich logisch ist. Gelungene Beispiele hierfür wären etwa Jim Jarmuschs Filme Night on Earth von 1991 oder Coffee and Cigarettes von 2003, die ihn mit ihrer episodischen Struktur nachhaltig inspiriert haben.
Die Komposition Zwiegespräch für zwei Saxophone, die aus zehn mehr oder weniger selbstständigen Einzelsätzen besteht, folgt daher ähnlichen formalen Prinzipien, auch wenn hier mit rein musikalischen Mitteln natürlich eine ganz andere Geschichte erzählt wird, ohne dass eine eindeutige Übersetzung in Worte möglich wäre.
Eine weitere Übereinstimmung zwischen den oben genannten Filmen von Jim Jarmusch und meiner Komposition ist seine Konzentration auf jeweils zwei Akteure in jeder Filmszene (auch wenn es bei Coffee and Cigarettes immer wieder mal ein paar Sidekicks gibt), die formal Kremps Beschränkung auf nur zwei Melodieinstrumente für jeden einzelnen Satz entspricht. Dass in allen Episoden dieser Filme zwei andere Schauspieler im Mittelpunkt stehen, die beiden Musiker in meinem Stück aber immer dieselben bleiben, hat natürlich vor allem praktische Gründe. Vergleichbar ist aber generell, dass auch die beiden Saxophonisten in jedem der zehn Sätze eine gänzlich andere Rolle spielen.
Musik für zwei Spieler zu erfinden, ist für mich persönlich immer schon eine besondere Herausforderung gewesen. Die Hauptschwierigkeit besteht aus seiner Sicht darin, eine möglichst lebendige Fluktuation der Ereignisdichte zu realisieren, die dramaturgisch gut funktioniert, ohne dass die Musik zwischendurch als zu dünn empfunden wird, was bei bloß zwei Spielern natürlich sehr leicht passieren kann. Der Komponist hofft, dass es ihm gelungen ist, mit diesen zehn Duos eine überzeugende Lösung zu finden.


